Seit Jahrzehnten konnten sie beinahe unreguliert ihr Unwesen in den USA treiben. Der absolute Glaube an das Wachstum der Märkte ließ alle Kritiker ungehört. Seit den 70ern wuchs der Anteil des Finanzsektors an den Gesamtprofiten innerhalb der USA von 16% auf 41%! Wolkenschlösser wurden gebaut, auf Immobilien spekuliert und in Finanzprodukte investiert, die nicht an eine Börse sondern in ein Spielkasino gehörten. Als sei der Börsencrash nach der Jahrtausendwende nicht Warnung genug gewesen, musste erst eine weltweite Krise kommen, damit der normale Menschenverstand wieder einsetzen konnte.
Vorgestern hat der US-Senat nach wochenlanger Debatte endlich die größte amerikanische Finanzmarktreform seit der Großen Depression beschlossen. Der Finanzaufsicht soll verschärft, der Handel mit Derivaten eingeschränkt und eine Verbraucherschutzagentur gegründet werden. Trotz des Großaufgebots an Lobbyisten, die die Finanzindustrie nach Washington geschickt hatte, um dieses Gesetz zu verhindern, passierte es mit vier Stimmen der Republikaner den Senat. Jetzt müssen die beiden Gesetzentwürfe von Haus und Senat noch auf einen Nenner gebracht und noch einmal abgestimmt werden, dann kann Präsident Obama dieses Gesetz möglicherweise noch vor dem 4. Juli unterzeichnen.
Während man in den USA also auf einem Weg hin zu mehr Kontrolle des Finanzmarktes ist, versucht die EU durch Milliardenbürgschaften für Griechenland eine der schlimmsten Folgen der Krise aufzuhalten. Staatsbankrott hin oder her – es darf nicht vergessen werden, dass es schnell gehen muss die Banker in ihre Grenzen zu weisen. Zu viel diskutieren darf man sich nicht leisten. Ob Finanzmarkttransaktionssteuer oder ein anderes Instrument, die Zeit läuft!
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