Am gestrigen Samstag folgten mehrere Tausend Tea Party Anhänger dem Aufruf des FOX-Moderators und Ultrakonservativen Glenn Beck und versammelten sich am 47. Jahrestag von Martin Luther Kings „I have a dream“ Rede an historischer Stelle vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C. Natürlich durfte auch wieder (übrigens inzwischen auch bei FOX angestellt) Sarah Palin die Menge aufwiegeln. Man kann davon nun halten was man will. (Allerdings sollte man sich dabei die Position der GOP und der Konservativen zur Bürgerrechtsbewegung der 60er und 70er nicht außer Acht lassen, wenn man das ganze Ausmaß des Widerspruchs dieser Veranstaltung begreifen will.)
Diese Versammlung zeigt woraus Demokratie gemacht ist. Ihre Grundlagen sind Meinungsfreiheit und Diskurs – egal wie sie letztlich in der Realität ausgeformt ist. Genau wie die Bürgerrechtler damals hat die Tea Party heute das Recht dort zu demonstrieren – egal wie moralisch fragwürdig dies erscheinen mag. Hier wurde sich an demokratische Spielregeln
gehalten.
Sonntag, 29. August 2010
Freitag, 20. August 2010
Der Urin, der gar keiner war
Manchmal passieren im Krankenhaus Sachen über die man sich echt totlachen kann. So zum Beispiel vor ein paar Tagen:
Wir holten einen Patienten von der Intensivstation, der zum zweiten Mal innerhalb von 8 Wochen einen Spontanpneumothorax linksseitig hat. Kurz gesagt: seine Lunge war zusammengefallen. Behandelt wird das mit einer Thoraxdrainage, was wiederum ein Schlauch ist, der nun in seiner Brust steckte. Deshalb war er auch sehr schwach und hatte so starke Schmerzen, dass er jedes Mal wenn man ihn nur berührte, zusammenzuckte. Dazu kamen dann noch Übelkeit und das Problem, dass er seit längerer Zeit kein Wasser mehr gelassen hatte. Also haben wir ihm eine Urinflasche hingestellt.
Nach einiger Zeit, dachten wir zumindest, dass er ein wenig Wasser (so 100 ml) gelassen hatte, da etwas in der Urinflasche drin war. Allerdings hatte das, was da drin war leider nicht die Konsistenz und Farbe von gesundem Urin. Sprich meine Kollegin hat gleich mal eine Probe für den Urin-Status abgenommen, um heraus zu finden ob der Pneumothorax auch gleich noch ein Problem in seinem Nieren- und Harntrakt verursacht hatte. Ich habe dann diese Probe runter ins Labor gebracht und dort abgegeben. Alles ging seinen Gang.
Später wurden dann natürlich im Schwesternzimmer Vermutungen darüber angestellt, warum der Urin so unnormal war. Das erste was meiner Kollegin einfiel: Ejakulat. Das Zweite: der Patient hat Steroide oder ähnliches genommen, da er sehr sportlich ist.
Aber die Lösung sollte viel einfacher sein. Etwas später war meine Kollegin wieder in dem Zimmer und da stellte sich heraus, dass es nicht Urin sondern Erbrochenes war.
Lachen ist gesund. Und erst recht im Krankenhaus.
Wir holten einen Patienten von der Intensivstation, der zum zweiten Mal innerhalb von 8 Wochen einen Spontanpneumothorax linksseitig hat. Kurz gesagt: seine Lunge war zusammengefallen. Behandelt wird das mit einer Thoraxdrainage, was wiederum ein Schlauch ist, der nun in seiner Brust steckte. Deshalb war er auch sehr schwach und hatte so starke Schmerzen, dass er jedes Mal wenn man ihn nur berührte, zusammenzuckte. Dazu kamen dann noch Übelkeit und das Problem, dass er seit längerer Zeit kein Wasser mehr gelassen hatte. Also haben wir ihm eine Urinflasche hingestellt.
Nach einiger Zeit, dachten wir zumindest, dass er ein wenig Wasser (so 100 ml) gelassen hatte, da etwas in der Urinflasche drin war. Allerdings hatte das, was da drin war leider nicht die Konsistenz und Farbe von gesundem Urin. Sprich meine Kollegin hat gleich mal eine Probe für den Urin-Status abgenommen, um heraus zu finden ob der Pneumothorax auch gleich noch ein Problem in seinem Nieren- und Harntrakt verursacht hatte. Ich habe dann diese Probe runter ins Labor gebracht und dort abgegeben. Alles ging seinen Gang.
Später wurden dann natürlich im Schwesternzimmer Vermutungen darüber angestellt, warum der Urin so unnormal war. Das erste was meiner Kollegin einfiel: Ejakulat. Das Zweite: der Patient hat Steroide oder ähnliches genommen, da er sehr sportlich ist.
Aber die Lösung sollte viel einfacher sein. Etwas später war meine Kollegin wieder in dem Zimmer und da stellte sich heraus, dass es nicht Urin sondern Erbrochenes war.
Lachen ist gesund. Und erst recht im Krankenhaus.
Samstag, 14. August 2010
Dornröschen und die Schmerzen
Jetzt werden sich garantiert einige von euch fragen, was hat denn Dornröschen mit Schmerzen zu tun? Einer meiner Profs sagte einmal in einer Neuroanatomievorlesung, dass der Schmerz wie Dornröschen ist. Solange Dornröschen schläft, tut sie das auch tief und fest. Aber wacht sie erst einmal auf, kann man sie nur sehr schwer wieder zum Einschlafen bringen. Wie sehr diese Metapher stimmt, sehe ich zurzeit immer wieder auf meiner Station, wenn Patienten in den ersten Tagen nach ihrer OP darüber klagen, dass ihr Schmerzmittel nicht wirken.
Montag, 9. August 2010
Best of Richter Walkers Urteilsbegründung
Wenn man Richter Walkers 138-seitige Urteilsbegründung im Fall Perry vs. Schwarzenegger liest, kommt man sich nicht vor als würde einem juristisches Kauderwelsch um die Ohren gehauen. Vielmehr meint man eine poentierte und tiefgründige Analyse des vorliegenden Beweismaterials in einer klaren Sprache zu lesen. Trotz der wenigen, ihren eigenen Zwecken hilfreichen, Zeugen- und Expertenaussagen, kann man Walker nicht vorwerfen diese Aussagen unzureichend in seiner Analyse berücksichtigt zu haben. Lange war eine Urteilsbegründung nicht mehr so spannend.
Samstag, 7. August 2010
Recht gesprochen
Am Mittwoch stand die von vielen lang erwartete Entscheidung im Fall Perry vs. Schwarzenegger vor dem Bundesgericht in San Francisco an. Und wie nicht anders erwartet hob Richter Vaughn Walker das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien auf. Kaum ein halbes Jahr war es gleichgeschlechtlichen Paaren 2008 in Kalifornien erlaubt gewesen, zu heiraten, bis der als „Prop 8“ bekannte Volksentscheid dies wieder aufgehoben hatte. Doch Richter Walkers sehr detailreiche 138-seitige Enttscheidung wird an der heutigen Praxis solange nichts ändern bis eine endgültige, positive Entscheidung zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe durch den Obersten Gerichtshof getroffen wird. Und das kann noch
einige Jahre dauern.
einige Jahre dauern.
Donnerstag, 5. August 2010
Von Polytraumata und anderen Kuriositäten
Liebe Leser, ich freue mich Euch heute eine neue Beitragende vorzustellen. Dr. des. Knochenflicker wird in den nächsten Wochen Gastbeiträge quasi „On the Medical Side of Life“ schreiben. Zurzeit macht die werte Frau Dr. des. - oder sollte ich sagen Frau stud. med. - als Krankenpflege- praktikantin ein großes Hamburger Krankenhaus unsicher. Und wie ich sie kenne, ist sie immer dort zu finden, wo es besonders blutig zugeht. Ihr erster Beitrag handelt von einem Polytrauma:
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