Vor kurzem erschien im Wired Magazine ein Artikel von Clive Thompson, in dem er sich mit einer Studie zur Lese- und Schreibfertigkeit der Amerikaner auseinandersetzt. Thessaly LaForce kommentierte das im The New Yorker mit der Frage:
A New Literacy?
In dieser Studie untersuchte die Stanford-Professorin Andrea Lunsford Schreibproben von fast 15000 Stanfordstudenten zwischen 2001 und 2006. Darunter war nicht nur für den Unterricht Geschriebenes, sondern auch Blogs, Chats, E-Mails und Tagebucheinträge. Sie stellte fest, dass heute wesentlich mehr geschrieben wird als früher und dass 38% dessen für außeruniversitäre Zwecke bestimmt ist. Der Grund dafür ist einfach. Sozialisation findet heute zum Teil über das Internet statt und das bedeutet über Text. Die Sprache an sich wird dadurch nicht negativ beeinflusst, d.h. Chatsprache findet keinen Eingang in die universitären Arbeiten, wie Lunsford herausfand.
Fazit: Es wird immer mehr geschrieben. Dennoch muss man sich fragen, wie repräsentativ diese Studie ist. Offensichtich kann sie die Frage nach der gesellschaftlichen Verteilung der Schreibenden nicht beantworten. Dabei ist es wahrscheinlich immer noch nur eine gebildete Schicht der Bevölkerung, die qualitativ schreibt. (Ich sehe hierbei von Chats ab, die ja eher das gesprochene als das geschriebene Wort nachahmen.)