Sonntag, 19. Dezember 2010

Endlich: US-Senat beschließt Aufhebung von Don't Ask, Don't Tell

Gestern stimmte der US-Senat mit 65 zu 31 Stimmen der Aufhebung von Don’t Ask, Don’t Tell zu. Auch sechs Republikaner stimmten für die Aufhebung und damit fünf mehr als benötigt. Schon am 16.12. hatte das Repräsentantenhaus für den neu aufgelegtne und dieses Mal als Einzelgesetz eingebrachten Entwurf mit 250 zu 175 abgestimmt.
Präsident Obama begrüßte die Entscheidung des Senats.
"By ending 'Don't Ask, Don't Tell,' no longer will our nation be denied the service of thousands of patriotic Americans forced to leave the military, despite years of exemplary performance, because they happen to be gay.", sagte er in einem Statement . "And no longer will many thousands more be asked to live a lie in order to serve the country they love."
Diese Entscheidung wird aufchvon den aktiven Soldaten unterstützt. Laut einer Umfrage des US-Militärs befürworten 70% die Aufhebung von DADT. 69% von ihnen gaben auch an, schon einmal zusammen mit einem homosexuellen Kameraden gedient zu haben.
Wie lange es allerdings dauert bis diese Entscheidung umgesetzt wird, hängt ganz allein von der militärischen Führung ab und die arbeitete in dieser Hinsicht immer langsam.

Wer sich ein Bild von den unter DADT aus dem Militär entlassenen oder schweigend gedienten Soldaten und Soldatinnen machen will, sollte sich Jo Ann Santangelos am Veteran's Day erschienenen Bildband Proud to Serve ansehen.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Europäische Bürgerinitiative - Greenpeace Vorreiter

Heute haben die EU-Außenminister dem im Lissabon-Vertrag verankerten Instrument der Europäischen Bürgerinitiative (EBI) zugestimmt und morgen werden dies wohl auch die europäischen Parlamentarier tun. Vertreter von Greenpeace haben schon einmal vorsorglich eine Million Unterschriften für einen gentechnikfrei Landwirtschaft eingereicht. Hört sich schön und gut an, doch ob Greenpeace damit politisch etwas erreichen kann, ist fraglich. Zwar entspricht Greenpeace’ Unterschriftensammlung den europäischen Anforderungen - eine Mio. Unterschriften aus mind. sieben EU-Staaten und eine die EU betreffende Problematik - doch dann hat die EU-Kommission erst einmal Zeit die Petition zu prüfen. Erst wenn sie Handlungsbedarf sieht, kann die Kommission ein Gesetzgebungsverfahren dazu auslösen. Andernfalls kann der zuständige Kommissar die Forderungen der Bürgerinitiative begründet ablehnen.

            FAKTEN - DIE EUROPÄISCHE BÜRGERINITIATIVE
              • EINE PROBLEMATIK IN EU-KOMPETENZ
              • EINE MILLION UNTERSCHRIFTEN AUS MIND. 7 EU-STAATEN
              • EIN JAHR ZEIT ZUM UNTERSCHRIFTEN SAMMELN
              • OFFENLEGUNG DER FINANZIERUNG DER INITIATIVE

 Was aus der Greenpeace-Petition wird, ist ohnehin fraglich, denn selbst wenn das Parlament morgen der vorgelegten Ausgestaltung der EBI zustimmt, wird sie erst 2012 in Kraft treten.
Eine ganz andere Frage ist, ob dieses Instrument zukünftig auch von den europäischen Bürgern so genutzt werden kann, wie ursprünglich angedacht. Welche durchschnittliche Initiative verfügt schon über ein solches Netzwerk und so große finanzielle Ressourcen wie Greenpeace um innerhalb eines Jahres eine Million Unterschriften zu sammeln? Welche Themen (außer Umweltproblemen) betreffen Bürger in mindestens sieben Staaten und welche dieser Probleme können auch von der EU geregelt werden?

Samstag, 4. Dezember 2010

An der Spree

Vor vier Wochen war bei mir vor der Haustür an der Spree (trotz des scheinbar ruhigen Bildes links) reger Verkehr auf dem kleinen Uferweg. Spaziergänger, Jogger, Radfahrer. Heute Nachmittag (rechts) dagegen war ich fast allein unterwegs.


Samstag, 13. November 2010

Aung San Suu Kyi frei

In Birma endete heute der Hausarrest der Friedensnobelpreisträgerin und Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi. Am Morgen entfernten Polizisten die Absperrungen rund um ihr Haus in Rangun unter den Augen von ca. 2000 Menschen, die ihrer Freilassung entgegensahen.
Die Partei der 65-jährige gewann 1990 die letzten freien Wahlen in Burma, doch das herrschende Militärregime erkannte dieses Ergebnis nicht an und inhaftierte Suu Kyi. Die Menschenrechtsaktivistin verbrachte 15 der letzten 21 Jahre entweder im Gefängnis oder unter Hausarrest. Seit 2003 war sie von der Außenwelt abgeschnitten, hatte weder Telefon oder Internetanschluss. Allerdings wurde es ihr erlaubt UN-Mitarbeiter und Journalisten zu empfangen.
Was sie in näherer Zukunft vor hat, ist noch nicht bekannt. Bekannt wurde nur, dass ihrem Sohn Kim Aris ein Einreisevisum gewährt wurde, um seine Mutter zu besuchen.
Unbeantwortet bleibt auch die Frage, warum Aung San Suu Kyi jetzt, kurz nach den Wahlen in Burma, entlassen wurde. Schließlich hat das Regime nie davor zurückgeschreckt ihren Hausarrest durch fadenscheinige Anklagen zu verlängern.

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Trauer um Loki Schmidt

Die Gattin des Altkanzlers Helmut Schmidt verstarb in der letzten Nacht im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Langenhorn. Die engagierte Botanikerin erhielt für ihre Verdienste um den Pflanzen- und Naturschutz zahlreiche Auszeichnungen, darunter eine Ehrenprofessur der Universität Hamburg.
Politiker aller Parteien betrauerten heute ihren Tod.

Sonntag, 26. September 2010

Die neue GOP - Verteidigungshaushalt wegen DADT Amendmend zu Fall gebracht

Weil selbst mir dieses Verhalten die Sprache verschlägt, lasse ich heute Rachel Maddow sprechen. Hier einige Ausschnitte aus ihrer Show am Dienstag, 21.09.10.










Freitag, 24. September 2010

Zwischen Morgen- und Abendrunde – Ein Resümee

Dies ist vorerst das letzte Mal, dass ich schreibe, denn mein Krankenpflegepraktikum ist vorbei. Im Rückblick ….hm… kann ich behaupten, es war das beste und lohnendste Praktikum, das ich je gemacht habe (von all denen, die ich vor dem Studium und im Studium gemacht habe – es waren so einige). Das macht mich echt glücklich, weil es auch das anstrengendste und aufwandreichste war. Hier also ein kurzes Resümee.

Sonntag, 29. August 2010

Meine Meinung ist nicht mein Recht

Am gestrigen Samstag folgten mehrere Tausend Tea Party Anhänger dem Aufruf des FOX-Moderators und Ultrakonservativen Glenn Beck und versammelten sich am 47. Jahrestag von Martin Luther Kings „I have a dream“ Rede an historischer Stelle vor dem Lincoln Memorial in Washington D.C. Natürlich durfte auch wieder (übrigens inzwischen auch bei FOX angestellt) Sarah Palin die Menge aufwiegeln. Man kann davon nun halten was man will. (Allerdings sollte man sich dabei die Position der GOP und der Konservativen zur Bürgerrechtsbewegung der 60er und 70er nicht außer Acht lassen, wenn man das ganze Ausmaß des Widerspruchs dieser Veranstaltung begreifen will.)
Diese Versammlung zeigt woraus Demokratie gemacht ist. Ihre Grundlagen sind Meinungsfreiheit und Diskurs – egal wie sie letztlich in der Realität ausgeformt ist. Genau wie die Bürgerrechtler damals hat die Tea Party heute das Recht dort zu demonstrieren – egal wie moralisch fragwürdig dies erscheinen mag. Hier wurde sich an demokratische Spielregeln
gehalten.

Freitag, 20. August 2010

Der Urin, der gar keiner war

Manchmal passieren im Krankenhaus Sachen über die man sich echt totlachen kann. So zum Beispiel vor ein paar Tagen:

Wir holten einen Patienten von der Intensivstation, der zum zweiten Mal innerhalb von 8 Wochen einen Spontanpneumothorax linksseitig hat. Kurz gesagt: seine Lunge war zusammengefallen. Behandelt wird das mit einer Thoraxdrainage, was wiederum ein Schlauch ist, der nun in seiner Brust steckte. Deshalb war er auch sehr schwach und hatte so starke Schmerzen, dass er jedes Mal wenn man ihn nur berührte, zusammenzuckte. Dazu kamen dann noch Übelkeit und das Problem, dass er seit längerer Zeit kein Wasser mehr gelassen hatte. Also haben wir ihm eine Urinflasche hingestellt.
Nach einiger Zeit, dachten wir zumindest, dass er ein wenig Wasser (so 100 ml) gelassen hatte, da etwas in der Urinflasche drin war. Allerdings hatte das, was da drin war leider nicht die Konsistenz und Farbe von gesundem Urin. Sprich meine Kollegin hat gleich mal eine Probe für den Urin-Status abgenommen, um heraus zu finden ob der Pneumothorax auch gleich noch ein Problem in seinem Nieren- und Harntrakt verursacht hatte. Ich habe dann diese Probe runter ins Labor gebracht und dort abgegeben. Alles ging seinen Gang.
Später wurden dann natürlich im Schwesternzimmer Vermutungen darüber angestellt, warum der Urin so unnormal war. Das erste was meiner Kollegin einfiel: Ejakulat. Das Zweite: der Patient hat Steroide oder ähnliches genommen, da er sehr sportlich ist.
Aber die Lösung sollte viel einfacher sein. Etwas später war meine Kollegin wieder in dem Zimmer und da stellte sich heraus, dass es nicht Urin sondern Erbrochenes war.

Lachen ist gesund. Und erst recht im Krankenhaus.

Samstag, 14. August 2010

Dornröschen und die Schmerzen

Jetzt werden sich garantiert einige von euch fragen, was hat denn Dornröschen mit Schmerzen zu tun? Einer meiner Profs sagte einmal in einer Neuroanatomievorlesung, dass der Schmerz wie Dornröschen ist. Solange Dornröschen schläft, tut sie das auch tief und fest. Aber wacht sie erst einmal auf, kann man sie nur sehr schwer wieder zum Einschlafen bringen. Wie sehr diese Metapher stimmt, sehe ich zurzeit immer wieder auf meiner Station, wenn Patienten in den ersten Tagen nach ihrer OP darüber klagen, dass ihr Schmerzmittel nicht wirken.

Montag, 9. August 2010

Best of Richter Walkers Urteilsbegründung

Wenn man Richter Walkers 138-seitige Urteilsbegründung im Fall Perry vs. Schwarzenegger liest, kommt man sich nicht vor als würde einem juristisches Kauderwelsch um die Ohren gehauen. Vielmehr meint man eine poentierte und tiefgründige Analyse des vorliegenden Beweismaterials in einer klaren Sprache zu lesen. Trotz der wenigen, ihren eigenen Zwecken hilfreichen, Zeugen- und Expertenaussagen, kann man Walker nicht vorwerfen diese Aussagen unzureichend in seiner Analyse berücksichtigt zu haben. Lange war eine Urteilsbegründung nicht mehr so spannend.

Samstag, 7. August 2010

Recht gesprochen

Am Mittwoch stand die von vielen lang erwartete Entscheidung im Fall Perry vs. Schwarzenegger vor dem Bundesgericht in San Francisco an. Und wie nicht anders erwartet hob Richter Vaughn Walker das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in Kalifornien auf. Kaum ein halbes Jahr war es gleichgeschlechtlichen Paaren 2008 in Kalifornien erlaubt gewesen, zu heiraten, bis der als „Prop 8“ bekannte Volksentscheid dies wieder aufgehoben hatte. Doch Richter Walkers sehr detailreiche 138-seitige Enttscheidung wird an der heutigen Praxis solange nichts ändern bis eine endgültige, positive Entscheidung zum Thema gleichgeschlechtliche Ehe durch den Obersten Gerichtshof getroffen wird. Und das kann noch
einige Jahre dauern.

Donnerstag, 5. August 2010

Von Polytraumata und anderen Kuriositäten

Liebe Leser, ich freue mich Euch heute eine neue Beitragende vorzustellen. Dr. des. Knochenflicker wird in den nächsten Wochen Gastbeiträge quasi „On the Medical Side of Life“ schreiben. Zurzeit macht die werte Frau Dr. des. - oder sollte ich sagen Frau stud. med. - als Krankenpflege- praktikantin ein großes Hamburger Krankenhaus unsicher. Und wie ich sie kenne, ist sie immer dort zu finden, wo es besonders blutig zugeht. Ihr erster Beitrag handelt von einem Polytrauma:

Montag, 26. Juli 2010

Eine Affäre, die keine ist

Vor einer Woche kannte kaum jemand in den USA Shirley Sherrod, eine Beamtin im Landwirtschaftsministerium. Doch dank der konservativen Meinungsmacher von FOX und eines zusammen geschnittenen Videos ist es ihnen abermals gelungen von der politisch erfolgreichen Woche der Demokraten abzulenken. Weder über das Inkrafttreten der Finanzreform noch über die Wiederaufnahme der verlängerten Arbeitslosengeldzahlungen, die immerhin mehr als 2,5 Mio. Amerikaner betrifft, wurde diese Woche so ausführlich berichtet wie über die 62-jährige Afroamerikanerin, die im Landwirtschaftsministerium für ländliche Entwicklung im Bundesstaat Georgia zuständig ist.

Samstag, 17. Juli 2010

Für die Liebsten zu Hause

Was bringt der gewöhnliche Afghanistan-Reisende seinen Liebsten zuhause mit? Natürlich einen formschönen Waffenteppich! Doch seht selbst, was die arme Susan nun Tag für Tag in ihrem Wohnzimmer ertragen muss:


Tja, wenn sie auch Rachel bittet, ihr etwas aus Afghanistan mitzubringen, dann muss sie leider damit leben! 

Eine gute Woche für das Weiße Haus

Seit die Gesundheitsreform umgesetzt wurde, ging es für Präsident Obama durch widrige und nich kontrollierbare Umstände bergab. Vor drei Monaten brach die größte Umweltkatastrophe über den Golf von Mexiko herein und je länger diese Krise andauerte, desto schlechter wurden Obamas Umfragewerte. Hinzu kam der Skandal um General Stanley McChrystal, dem Oberkommandierenden in Afghanistan. Sein Interview mit dem Rolling Stone war ein Tiefschlag für den Präsidenten.
Doch da ist immer Licht am Ende eines Tunnels. In dieser Woche gelang es BP das Leck über seiner Ölquelle abzudichten und die  - für amerikanische Verhältnisse - radikalste Finanzreform seit 80 Jahren nahm die letzte Hürde im Senat. Gleich drei Republikaner stimmten für den Aufbau einer Verbraucherschutzagentur, neue Regulierungen von Finanzinstrumenten und mehr Möglichkeiten für den Staat in das Finanzsystem einzugreifen.
Was, von deutschen Medien weitgehend unbemerkt, hinzu kam ist, dass die Grand Old Party sich nicht in der Lage zeigt eine neue Politik zu produzieren. Steuern runter, keine Arbeitlosenunterstützung, keine Gesundheitsreform und natürlich keine Energiereform, damit gewinnt man Wahlen! ... glaubt die GOP. Und wie die Kandidaten dazu aussehen? Dank Rachel Maddow gibt es wieder gute Lacher (obwohl Sharron Angel nicht dabei ist):
http://www.msnbc.msn.com/id/26315908/#38271650
Nach kaum 60% für Präsident Obama kann es danach ja nur noch aufwärts gehen.

Dienstag, 6. Juli 2010

"... To Be Truely United Nations"

Heute hielt Königin Elisabeth II. zum ersten Mal seit 53 Jahren eine Rede vor der UN-Vollversammlung. (Gerade noch rechtzeitig zu Live-Übertragung schaltete ich BBC ein.) Sie begann ihre Rede damit, dass sie seit ihrer letzten Rede vor der UN in Jahre 1957 viele Länder bereist und einen meist positiven technischen und sozialen Wandel miterlebt habe. Dieser Wandel sei nicht auf Politiker zurück gegangen, sondern auf die Menschen, die nach ihm velangten. Die UN hätte sich seit 1957 von einer idealistischen Idee hin zu einer die Dinge verändernden Kraft entwickelt.
Heute stellten sich ihr vorallem zwei Probleme: Terrorismus und Klimawandel. Den Frieden zu erhalten sei jedoch die größte Herausforderung. Das Comonwealth, dass 2 Mrd. Menschen repräsentiert, sieht sie dabei in einer Führungsrolle. Es werde aber noch harte Arbeit erfordern "to be truely united nations."

Sonntag, 20. Juni 2010

Ein Marathon, kein Sprint

Am Mittwoch, dem 16.06., sah das Bundesgericht in San Francisco so viele Besucher wie schon lange nicht mehr. Und alle hatten nur ein Ziel: den Gerichtssaal von Richter Vaughn R. Walker vor dem der Fall Perry vs. Schwarzenegger verhandelt wird. An diesem Tag ging die Anhörung in einem Prozess zu Ende, der für viel Aufsehen in den USA und Unmut unter Teilen der LGBT-Bürgerrechtler gesorgt hatte.
Zwei homosexuelle kalifornische Paare klagen darin gegen die Verweigerung von Heiratslizenzen durch den Staat Kalifornien, mit der Begründung, der Staat habe kein legitimes Interesse daran Schwulen und Lesben das Recht zu Heiraten zu verweigern. Vertreten werden die Paare durch zwei hochkarätige Anwälte, deren Paarung allein schon für Aufsehen sorgte.

Sonntag, 6. Juni 2010

Begegnungen

Getrieben von innerer Unruhe beschloss ich heute Morgen zu einer gottlosen Zeit (für einen Sonntag) im Tiergarten spazieren zu gehen. Am Charlottenburger Tor warf ich einen Blick auf den Landwehrkanal:


Kaum war ich dann im Tiergarten hatte ich einige Begegnungen der tierischen Art. Nein, mir liefen keine Wildschweine über den Weg! Wäre auch zu schön gewesen. Aber dazu hätte ich wahrscheinlich noch zwei Stunden früher dort sein müssen. Mir liefen dafür allerdings  Kaninchen über den Weg, die sich die reichlich vorhandenen Gänseblümchen schmecken ließen.

Insgesamt waren es wohl zwei Dutzend dieser putzigen Gesellen, die auch als Sonntagsbraten nicht zu verachten sind, die ich auf meinem Spaziergang sah. Da stellt sich mir die Frage, ob es in Berlin eigentlich Jäger gibt bzw. wie man ohne Jäger diese offensichtliche Kaninchenplage bekämpfen kann.
Im englischen Garten begegnete mir dann auch noch einiges Federvieh:


Ja, ja sowas erlebt man an einem Sonntagmorgen ...

Mittwoch, 2. Juni 2010

Einen Schritt vor, zwei zurück - Die Aufhebung von DADT

Nachdem sich bei der Anhörung vor dem Verteidigungsausschuss des US-Senats die Spitze des Militärs für die Aufhebung der Don’t Ask Don’t Tell Praxis ausgesprochen hatten, wurde in der letzten Woche ein weiterer Schritt getan.

Freitag, 28. Mai 2010

Die empatische Zivilisation

Kann es so etwas wie eine empatische Zivilisation geben? Einige britische Wissenschaftler beschäftigen sich seit längerem mit dieser Frage und hier ihre Antwort:
Die empatische Zivilisation

Seht euch auch die anderen Filmchen aus Rachel Maddows "Geek Week" an: Rachel auf einem Navy-Schiff, Rachel sieht sich die Fortschritte am Ground Zero an, Kent trifft einen Experten für Dung ...

Samstag, 22. Mai 2010

Kampf den Finanzmärkten

Seit Jahrzehnten konnten sie beinahe unreguliert ihr Unwesen in den USA treiben. Der absolute Glaube an das Wachstum der Märkte ließ alle Kritiker ungehört. Seit den 70ern wuchs der Anteil des Finanzsektors an den Gesamtprofiten innerhalb der USA von 16% auf 41%! Wolkenschlösser wurden gebaut, auf Immobilien spekuliert und in Finanzprodukte investiert, die nicht an eine Börse sondern in ein Spielkasino gehörten. Als sei der Börsencrash nach der Jahrtausendwende nicht Warnung genug gewesen, musste erst eine weltweite Krise kommen, damit der normale Menschenverstand wieder einsetzen konnte.

Samstag, 8. Mai 2010

Zum Gedenken - der 9. Mai

Wie in jedem Jahr begeht man am morgigen 9. Mai in Moskau eine große Parade im Gedenken an den Sieg der Sowjetunion über Nazi-Deutschland 1945. 65 Jahre ist dieser wohl schrecklichste aller Kriege und der letzte, der Zentraleuropa in Schutt und Asche legte nun her und für alle nachgeborenen Generationen ist es nahezu unmöglich sich das Leid der Kriegsgeneration vorzustellen. Ja, man kann sagen wir leben im Luxus, denn wir mussten nicht erleben, wie unsere Väter, Brüder und Söhne in einem sinnlosen Krieg starben, wir mussten nicht hungern …
Es werden immer weniger, die den Zweiten Weltkrieg miterlebt haben und insbesondere an die Leistungen dieser Veteranen richtet sich am morgigen Tag, wie in jedem Jahr, die Parade der Streitkräfte Russlands auf dem Roten Platz in Moskau. Etwa 11000 Soldaten und 159 Fahrzeuge und Panzer sowie 127 Flugzeuge und Hubschrauber werden dann die Stärke Russlands demonstrieren und der Opfer gedenken, die ihre Einheiten gebracht haben. Zum ersten Mal in der Geschichte dieser Veranstaltungen werden auch Truppen der Alliierten der Sowjetunion – Großbritannien, Frankreich und die USA – an der Parade teilnehmen. Während Kanzlerin Merkel morgen die Parade von einer Tribüne gegenüber dem Lenin-Mausoleum beobachten kann, sagte Kollege Sarkozy kurzfristig ab.
Wer morgen ab 8 Uhr MEZ Zeit hat, sollte sich die Live-Übertragung bei RIA-Novosti nicht entgehen lassen.

Donnerstag, 15. April 2010

Berlin, Berlin


Erinnert euch das an eine bestimmte Fernsehserie?
Blick von der U Möckernbrücke

Dienstag, 30. März 2010

The Dinah Shore - Zum 20.!

Während der Durchschnittsamerikaner am nächsten Wochenende Ostern feiern wird, bereiten sich gerade circa 15.000 Frauen auf DAS kulturelle Ereignis ihres Jahres vor. Zum 20. Mal findet vom 31. März bis zum 04. April das Dinah Shore Weekend statt, die größte regelmäßige Veranstaltung der amerikanischen LGBT-Gemeinde. Ob jung oder alt, ob Butch- oder Lipstick-Lesbe – sie alle finden sich zu diesem Wochenende ein.

Sonntag, 28. März 2010

Rachel Maddow: Nein, ich kandidiere nicht!

Man kann den Republikanern nun wirklich nicht nachsagen, sie seien unkreativ. Senator Scott Brown aus Massachusetts schreibt in seinem neusten Spendenaufruf, dass die Demokratische Partei 2012 Rachel Maddow gegen ihn kandidieren lassen würde. Na klar, dass man damit noch ein Paar Dollar mehr aus jedem Spender herausholen kann! Schade nur, dass Rachel Maddow sofort zum Gegenschlag ausholte und in jeder ihrer Sendungen in der vergangenen Woche darauf hinwies, sie werde nicht kandidieren und stehe auch nicht in Kontakt mit der Demokratischen Partei. Sie ließ sogar eine ganzseitige Anzeige im Boston Globe drucken, die ihre Absicht nicht zu kandidieren verkündete. Dennoch hat der Senator seinen Spendenaufruf bisher nicht zurückgezogen.
© TRMS MSNBC

Aber seht selbst:
TRMS Di, 23.03. Seriously Scott Brown?


TRMS Mi, 24.03. Maddow to Brown "Bring what on?"


TRMS Do, 25.03. Rachel Maddow, not running or not running?



TRMS Fr, 26.03. Maddow campain slogan: "I am not!"

Montag, 22. März 2010

US-Gesundheitsreform passiert Repräsentantenhaus

Gestern passierte Präsident Obamas Gesundheitsreform erfolgreich das Repräsentantenhaus. Ein Jahrhundertgesetz nennen es die Einen, die Andern wittern die Tyrannei der Legislative. Wie auch immer ... der Kongress beendete gestern (jedenfalls vorübergehend) die Jahrzehnte andauernde Debatte einer Gesundheitsreform. Oder besser gesagt, die Demokraten taten es, denn das Gesetz kam im Repräsentantenhaus ohne eine einzige Stimme der Republikaner aus. 216 Stimmen waren nötig, 219 Stimmen bekam der Gesetzentwurf. Als die magische 216er Marke erreicht war, ertönte aus den Reihen der Demokraten der Schlachtruf des Präsidenten: "Yes, we can!" Die Republikaner buhten :)

Mittwoch, 17. März 2010

Kaffee vs. Tee oder Wie eine Gegenbewegung zur Gegenbewegung entstand

Wenn man die amerikanische Medienberichterstattung des letzten Jahres verfolgte, kam man nicht darum herum, sich mit der Tea Party zu beschäftigen. Was sich anhört wie eine Gesellschaft Tee schlürfender Rentner ist in Wahrheit eine erzkonservative, bisweilen auch radikale Organisation, die so gegen ziemlich alles ist, was Präsident Obama oder die Demokratische Partei repräsentieren.Ihr Name ist an die „Boston Tea Party“ des Jahres 1773 angelehnt, die den Höhepunkt im Zoll- und Steuerstreit zwischen den 13 amerikanischen Kolonien und Großbritannien bildete.

Mittwoch, 10. März 2010

51. Jahrestag des Volksaufstands in Tibet

Zum 51. Jahrestag des tibetischen Volksaufstands protestierten heute einige Deutsche und Tibeter gegenüber der chinesischen Botschaft in der Brückenstraße in Berlin.

Montag, 8. März 2010

"In America" mit Susan Sontag

God is an actor, too.” (S. 59)

"In America" ist der letzte vollendete Roman der hauptsächlich als Essayistin bekannten und erst in der Spätphase ihres Lebens auch als Romanautorin gewürdigten Susan Sontag. Hier gelingt es ihr einen intelligenten Roman zu schaffen, der durch eine detaillierte Recherche seiner historischen Grundlage besticht.

Der Roman basiert auf dem Leben der 1876 in die USA ausgewanderten polnischen Schauspielerin Helena Modrzejewska, ihrer Familie und Freunde, darunter Henryk Sienkiewicz, dem Nobelpreisträger und Autor von „Quo Vadis“. In diesem Sujet verbinden sich gleich mehrere Schnittpunkt mit dem Leben und den Interessen der Autorin. Als Nachfahrin polnischer Einwanderer liebte sie das Theater - und Künstlerinnen (Irene Fornes, Nicole Stephane, Lucinda Childs usw.).

Sonntag, 14. Februar 2010

Einigkeit und Recht und Schnee!?

Wenn Deutschland in diesen Tagen durch eines geeint ist, dann ist das wohl der allgegenwärtige Schnee. Hier sind einige Impressionen aus Warnemünde und Greifswald.




Eisschollen in Warnemünde


 Der Fischerbrunnen in Greifswald ist kaum noch zu erkennen.


Sondermüll?
 Ich möchte nicht Besitzer dieses Autos sein!

Vielen Dank an Ju und Maya für die Fotos. Ich denke an euch beim nächsten Schnee. Und der kommt bestimmt! 

Sonntag, 7. Februar 2010

Ask 'n' Tell im US-Senat

Letzte Woche fand vor dem Armed Services Committee des US-Senats die lange erwartete Anhörung zur Aufhebung des so genannten “Don’t Ask, Don’t Tell“ Gesetzes statt. Diesem Gesetz aus dem Jahr 1993 zufolge ist es Soldaten untersagt gleichgeschlechtliche Beziehungen in der Öffentlichkeit zu führen, aber gleichzeitig ist es auch Vorgesetzten untersagt, Untersuchungen über die sexuelle Orientierung ihrer Untergebenen anzustellen. Seit 1993 heißt es also für viele tausend Soldaten der amerikanischen Streitkräfte über ihre Orientierung zu schweigen oder ein Kriegsgerichtsverfahren, das meist mit der ehrenhaften Entlassung endet, zu riskieren. In den 17 Jahren der Existenz dieses Gesetzes wurden mehr als 13.500 Soldaten aus den Streitkräften entlassen, was dem amerikanischen Steuerzahler etwa 400 Mio. $ gekostet hat. Seit dem Beginn des Irak-Kriegs sind allein 59 Übersetzer für Arabisch, darunter auch Lt. Dan Choi, einer der bekanntesten Führsprecher für die Aufhebung von DADT, aus dem Dienst entlassen worden. Dazu kommen etwa 800 Soldaten in missionskritischen Positionen, die nicht so einfach zu ersetzen sind.

Samstag, 6. Februar 2010

Sascha

In letzter Zeit habe ich mich unglaublich tief in meine Bücher vergraben und viel Literatur "konsumiert". Ja klar, dass ich während dessen kaum etwas eigenens produziert habe. Um mal wieder Susan Sontag zu zitieren (Oh ja, ich höre euer Stöhnen und sehe euer Hände über dem Kopf zusammenschlagen!): "And, long after you've become a writer (und ich behaupte nicht, dass ich das sei), reading books others write - and rereading the beloved books of the past (kürzlich Bulgakows Meister und Margarita) - constitutes an irresistible distraction from writing. Distraction. Consolation. Torment. And, yes, inspiration."
Hier also nun einige Zeilen für "den" Roman, die mir eben, als ich einige Notizen durchging, in den Sinn kamen:

Chris’ Herz machte einen kleinen Sprung als Sascha sie anlächelte und dabei seine Zahnlücken zum Vorschein kamen. Er lächelte das gleiche unschuldige Kinderlächeln, das Sarah schon fast verloren hatte. Wie schnell doch die Zeit vergeht, dachte Chris einmal mehr als sie sich zu ihm hinunter beugte. Sie ahnte nicht einmal, wie einfach es werden würde, diesen Jungen als ihren Sohn zu akzeptieren.

Donnerstag, 28. Januar 2010

Eis ... Zeit

Sibirische Kälte und die Spree in Berlin bekommt eine nette Eisdecke.

Blick aus meinem Büro
Im Hintergrund die Zentrale des momentan wahrscheinlich
meistgehassten Unternehmens in Berlin.

Da musste der Eisbrecher durch.

Sonntag, 17. Januar 2010

Zwei tragische Helden in Berlin


Gestern Nachmittag spazierte ich an der Eastside Gallery entlang und war überrascht zwei mir vertraute Namen dort untereinander vereint zu sehen. Die tragische Komik des Ganzen wurde mir wenige Momente später bewusst.


Jurij Gagarin sollte noch jedem ein Begriff sein. Er war der erste Mensch im Weltraum, ein Flieger-Kosmonaut, ein gefeierter Held der Sowjetunion. Er verunglückte bei einem Übungsflug mit einer MIG-15 UTI. Sein Heldenstatus vereint ihn hier mit einer ganz anderen Art von Held. Vladimir Vysotsky, Schauspieler, Sänger, Liedermacher, sprach mit seinen Liedern den Russen der 1960er und 70er Jahre aus dem Herzen. Er stand dem Sowjetregime kritisch gegenüber und durfte deshalb den Großteil seiner Lieder niemals offiziell veröffentlichen. Seine Lieder kursierten unter der Hand in privat gefertigen, schlechten Kassettenkopien und seine Texte zirkulierten in millionenfachen Abschriften. Als Vysotsky im Juni 1980 an Herzversagen starb, erlebte Moskau eine der größten spontanen Versammlungen. 30.000 bis 40.000 gaben ihm das letzte Geleit. Sein Grab wurde zur Pilgerstätte.
Zwei sowjetische Helden - der eine ganz offiziell, der immer mit diesem Status zu kämpfen hatte, der andere der Held der Menschen, der dadurch in Konflikt mit den Herrschenden stand - vereint.

Vladimir Vysotsky

Freitag, 15. Januar 2010

Rachel Maddow Show für GLAAD Media Award nominiert

Rachel Maddows Serie "Uganda Be Kidding Me" über das neue Antihomosexuellengesetz in Uganda und die Verwicklungen amerikanischer Konservativer in die Ausarbeitung dieses Gesetzes, wurde in der Kategorie "Outstanding TV Journalism - Newsmagazine" für einen GLAAD Award nominiert. Herzlichen Glückwunsch zu einem weiteres Stück exellent rechairchierten Journalismus! Mit ihr im Rennen um den Award sind auch die fantastische Dokumentationsreihe "40 Years of Stonewall" von In The Life (PBS) und "Gay Killings" des CNN Newsroom.
Die GLAAD Awards werden am 13. März vergeben.

Sonntag, 10. Januar 2010

Belgisches Finale in Brisbane

Das erste Tenniswochenende im neuen Jahr und schon geht es hoch her! Bei den Herren besiegte Nikolai Davydenko in einem packenden Match Rafa Nadal 0:6; 7:6 (10:8); 6:4 in Doha. Davydenko scheint momentan in der Form seines Lebens zu sein und kann das auch auf dem Platz umsetzen.
Viel spannender war es allerdings bei den Damen der WTA-Tour. Dort trafen die beiden belgischen früheren Nr. 1 der Weltrangliste Kim Clijsters und Justine „Juju“ Henin in einem packenden Finale in Brisbane aufeinander – das 23. Match der beiden gegeneinander und das erste seit Eastbourne 2006. Beide Belgierinnen hatten vor einiger Zeit ihren Abschied vom Profitennis genommen. Kim war im letzten Jahr furios mit dem Sieg bei den US-Open auf die Tour zurückgekehrt. Im letzten Herbst hatte dann auch Justine eine „zweite Karriere“ auf der Tour angekündigt. Bei zwei Einladungsturnieren im Dezember hatte sie ein wenig Matchpraxis gewonnen. Jetzt hieß es in Brisbane das erste Turnier mit einer Wildcard zu bestreiten. Wieder an ihrer Seite war ihr langjähriger Coach und Ziehvater Carlos Rodriguez.

Donnerstag, 7. Januar 2010

Tea Party Movement bedroht die Republikanische Partei

Die extrem rechte Tea Party Bewegung in den USA, die sich im letzten Jahr gebildet hat, bedroht nun die Republikaner bei den bevorstehenden Midterm Wahlen. Rachel Maddow berichtete gestern darüber und sprach mit dem Kongressabgeordneten Ron Paul.
Sie berichtet ebenso darüber, dass dem Vorsitzenden des Republican National Committe (RNC), Ron Steel, von seiner eigenen Organisation untersagt wurde, Rachel ein Interview zu geben! Langsam wird es echt wahnwitzig!!!
http://www.msnbc.msn.com/id/26315908/#34738521
http://www.msnbc.msn.com/id/26315908/#34738791

Dienstag, 5. Januar 2010

„Europäische Aktion Drogen“ vernetzt Projekte gegen Drogenkonsum

Im letzten Sommer hat die Generaldirektion Justiz, Freiheit und Sicherheit der Europäischen Kommission das Projekt „Europäische Aktion Dogen“ (EAD) ins Leben gerufen. Das Projekt wendet sich an alle gesellschaftlichen Akteure, wie Vereine, Verbände, Schulen, Jugendeinrichtungen, Medien, Wirtschaftsverbände und Einzelpersonen, die sich und ihr Projekt gegen Drogen auf einer europäischen Plattform präsentieren möchten. Die Homepage www.action-drugs.eu ermöglicht es den Beteiligten sich in einem großen europäischen Netzwerk zu präsentieren und selbst aktives Mitglied dieser europaweiten Aktionsgemeinschaft gegen Drogen zu werden. Die Aktionen, Initiativen und Projekte der Teilnehmer können neu gestartet werden oder bereits laufen. Sie können groß oder klein sein - jedes Engagement ist willkommen.

Akteure und Interessierte können sich für das Projekt unter www.action-drugs.eu anmelden oder ein Anmeldeformular bei Bürger Europas e.V., der die EAD bundesweit koordiniert, anfordern.

Bürger Europas e.V.
Rungestr. 22-24
10179 Berlin
Tel: 030 / 247 249 04
deutschland@action-drugs.eu

Freitag, 1. Januar 2010

Ein frohes neues Jahr!

Liebe Leser - insbesondere die beiden, von denen ich weiß :) - ich wünsche Euch alles Gute im Jahr 2010. Viel Gesundheit und Erfolg, sowie Liebe. Auf dass das nächste Jahrzehnt viele neue und spannende Erfahrungen mit sich bringt!

Eure Beachside