Montag, 30. November 2009

Der Kampf des Harry Reid

Harry Reid, Mehrheitsführer der Demokraten im US-Senat, steht vor der größten Herausforderung in seiner politischen Karriere. Gerade eben so ist es ihm gelungen 60 Senatoren dazu zu bewegen, das Gesundheitsreformvorhaben seines Präsidenten zur Debatte im Senat zuzulassen. Wenn heute diese Debatte ihren Anfang nimmt, wird er an ihrem Ende noch einmal 60 Stimmen brauchen, um die Reform zu einem Gesetz zusammen zu schmieden. Ihm bläst nun nicht mehr nur der Wind aus den Reihen der Republikaner entgegen, sondern auch einige demokratische Senatoren drohen Mr. Reids Schiff zu verlassen. Während erstere die Public-Option ablehen, verlangen letztere, dass die Absicherung von Abtreibungen, wie sie heute in den USA existiert, nicht durch das Gesetz angetastet wird. Reids eigener Plan eines opt-outs aus der Reform für einzelne Bundesstaaten und der Verringerung der Bedeutung des Staates im Gesundheitswesen zur Abwandlung des originalen Entwurfs, hat die progressiven Demokraten gegen ihn aufgebracht.

Donnerstag, 19. November 2009

Schneestürme und Luftröhrenschnitte

Passend zum Herbst erschien vor kurzem bei Sammlung Luchterhand Michail Bulgakows „Arztgeschichten“. In dem dünnen Band mit Kurzgeschichten verarbeitet Bulgakow seine eigenen Erfahrungen als junger Arzt, der direkt nach seinem Medizinstudium im Jahr 1916 als Landarzt tätig ist. Völlig auf sich allein gestellt sieht er sich schweren Krankheiten und komplizierten Operationen gegenüber, die er nur aus seinen Büchern kennt. Er wird mit der seuchenartigen Verbreitung der Syphilis konfrontiert, der er ebenso machtlos gegenübersteht wie dem Aberglauben der Bauern.

Mittwoch, 11. November 2009

Obamas Gesundheitsreform im US-Senat zwischen Filibuster und Cloture

Im Normalfall sind Gesetzgebungsprozesse langweilig. Da wird ein Entwurf in Ausschüssen debattiert, es finden mehrfache Lesungen des Gesetzentwurfs im Plenum statt und schließlich wird darüber abgestimmt, meist von wenigen Parlamentariern. Das alles geht häufig völlig unbemerkt an den Bürgern vorbei.

Doch nicht so im Fall der Gesundheitsreform in den USA. Sie ist dort das meist diskutierte und kontroverseste innenpolitische Thema des letzten Jahres. Diese Reform soll es den Amerikanern ermöglichen zwischen einer dem Medicare ähnlichen Verischerung und einer privaten Versicherung zu wählen. Dabei ist diese als „Public Option“ bekannte Wahlmöglichkeit der umstrittenste Bestandteil des Gesetzentwurfs.

Montag, 2. November 2009

Tennis = Tortur? Die WTA-Championships in Doha

Was war das für eine Woche! Tennis unter Ausnahmebedingungen lieferten die WTA-Championships in Doha. Die acht besten Damen und vier besten Doppel waren angetreten, um die Champions unter ihnen zu krönen. Normalerweise soll dieses Turnier noch einmal das Beste in den Spielerinnen zum Vorschein bringen, doch in der vergangenen Woche konnte davon nicht die Rede sein. Mit dazu beigetragen haben die außergewöhnlichen klimatischen Bedingungen. Hitze von um 30°C sind die Spielerinnen gewöhnt, denn von den Australian Open kennt man schlimmeres. Doch eine Luftfeuchtigkeit von bis zu 80% ist einfach zu viel! Kein Wunder also, dass die Hitzeregel, die nach dem zweiten Satz eine zehnminütige Pause vorsieht, in der vergangenen Woche häufig zum Einsatz kam. Natürlich liegt dies auch daran, dass die Damen in der Woche von Doha ungewöhnlich oft über drei Sätze gehen mussten. Viele der Matches dauerten deshalb auch mehr als zwei, eher schon drei Stunden. Da sollten doch nun auch die letzten Kritiker des Damentennis verstummen!