Freitag, 27. Mai 2011

Zwischen Pest und Cholera – Paul Ryan, Newt Gingrich und die republikanischen Präsidentschaftskandidaten

Der gemeine republikanische Präsidentschaftskandidat hat es dieser Tage nicht leicht. Er oder sie muss nicht nur Geld sammeln, um den Vorwahlkampf zu finanzieren und die Parteimitglieder von sich überzeugen, nein, er oder sie muss auch noch den Spagat schaffen und gleichzeitig seine Wählerschaft nicht vergraulen. Und wer ist daran schuld? Natürlich der republikanische Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus Paul Ryan mit seinem „Kill Medicare“ Budgetgesetzentwurf und der gemeine amerikanische Wähler.
Paul Ryan, Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus und damit mächtigster Republikaner schlechthin, brachte vor kurzem einen Gesetzentwurf in die Legislative ein, der die demokratische Gesundheitsreform so gut wie aufheben würde. Wer dieser Linie auch nur ein wenig abweicht, verliert sofort die Unterstützung der Partei. Jüngst erging es Newt Gingrich (bekannt als der schärfste Widersacher von Präsident Clinton) so, der erleben musste, wie die Wahlkampfspenden für ihn, drastisch einbrachen.
Auf der anderen Seite steht der gemeine amerikanische Wähler, der langsam erkannt hat, dass die Gesundheitsreform seiner Gesundheit so überhaupt nicht schadet wie von den Republikanern gepredigt. Wenn nun der republikanische Kandidat die Aufhebung der Gesundheitsreform unterstützt, kann er noch so sehr die Partei hinter sich haben, er wird die Wahl verlieren. Vor wenigen Tagen erging es Jane Corwin so, die sich als Anwärterin für einen Kongresssitz den Wählern im 26. New Yorker Wahlabschnitt dem gemeinen amerikanische Wähler stellte. Dieser Wahlabschnitt, seit je her republikanischer als die Republikanische Partei selbst und mit 30.000 mehr registrierten Republikanern als Demokraten, strafte Corwin für ihre Haltung zur Gesundheitsreform ab und wählte die Demokratin Kathy Hochul zu ihrer neuen Abgeordneten.
Ja wie soll denn nun ein Republikaner die Wahlen gewinnen?
Pest oder Cholera oder vielleicht doch lieber EHEC und das hämolytisch-urämische Syndrom?
TRMS im Interview mit Kathy Hochul, 25.05.11

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