Donnerstag, 21. November 2013

Nashörner - auf der Abschussliste von Wilderern ganz oben

"Im Krüger-Park herrscht Krieg." So beginnt Johannes Dietrich seinen Artikel in der Berliner Zeitung am 19.11.2013. Und seine Aussage ist keine Untertreibung. Allein in diesem Jahr wurden bisher 854 Nashörner in ganz Südafrika und davon allein 451 im Krüger-Nationalpark gewildert. Der Grund dafür ist eine zunehmende asiatische Nachfrage nach dem Horn der Tiere. Inzwischen ist ein Gramm pulverisiertes Horn auf dem Schwarzmarkt teuerer als ein Gramm Heroin.
Laut National Geographic begann der Trend zur Nutzung von pulverisiertem Nashornhorn mit einer Empfehlung des Pulvers als Fiebersenker in der Traditionellen Chinesischen Medizin. Heute soll es angeblich auch gegen Krebs wirken. Nichts davon ist durch Studien belegt, doch der Aberglaube nimmt mit der Zahl wohlhabender Asiaten und armer Afrikaner zu. Dagegen sind die 400 Ranger und 200 Soldaten, die täglich auf Jagd nach den Wilderern sind, nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, denn die Wilderer sind bei weitem besser ausgerüstet. Sie kommen per Helikopter im Schutze der Nacht und pirschen Nashörner, die Tags zuvor gesichtet worden waren, um sie gezielt zu erlegen oder zu betäuben und ihnen dann mit Macheten die Nasenplatte und damit das Horn herauszutrennen. Nur ganz selten überleben die Dickhäuter eine solche Tortur. Dieses Paar fotografierte ich in der Schotia Game Reserve in der Nähe von Port Elizabeth/Südafrika Mitte September diesen Jahres. Drei Monate zuvor waren Wilderer über sie her gefallen. Lebensrettend für die Tiere war, dass man ihnen das Horn nur abgeschnitten und nicht rausgeschlagen hatte. In Folge dieser Tragödie verlor das Weibchen (im Vordergrund) jedoch den Fötus, der in ihr heran wuchs.
                   
Das Paar ist daher auch sehr scheu gegenüber Menschen und das Foto kam nur per Zoom zustande. Dieses Bild ging mir auch durch den Kopf als ich in meinem Zelt am Rande des Krüger-Nationalparks liegend eines Nachts einen Hubschrauber in Richtung des Parks fliegend hörte ... 
Die Versuche die Wilderei zu unterbinden waren bisher fast aussichtslos. In der südafrikanischen Provinz Kwa-Zulu/Natal, in der auch Nelson Mandela aufwuchs, ist man jetzt zu einer ungewöhnlichen Methode übergegangen. Tierärzte Spritzen ein Gift in die Hörner der Tiere, dass bei der Konsumierung zu Übelkeit und Durchfall führt. Gleichzeitig verfärbt dieses Gift die Hörner dauerhaft rot. Doch ob diese Maßnahme helfen wird, ist zweifelhaft.
Hier geht es zu einer schauderhaften Fototrecke des National Geographic.

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