Sonntag, 10. Januar 2010

Belgisches Finale in Brisbane

Das erste Tenniswochenende im neuen Jahr und schon geht es hoch her! Bei den Herren besiegte Nikolai Davydenko in einem packenden Match Rafa Nadal 0:6; 7:6 (10:8); 6:4 in Doha. Davydenko scheint momentan in der Form seines Lebens zu sein und kann das auch auf dem Platz umsetzen.
Viel spannender war es allerdings bei den Damen der WTA-Tour. Dort trafen die beiden belgischen früheren Nr. 1 der Weltrangliste Kim Clijsters und Justine „Juju“ Henin in einem packenden Finale in Brisbane aufeinander – das 23. Match der beiden gegeneinander und das erste seit Eastbourne 2006. Beide Belgierinnen hatten vor einiger Zeit ihren Abschied vom Profitennis genommen. Kim war im letzten Jahr furios mit dem Sieg bei den US-Open auf die Tour zurückgekehrt. Im letzten Herbst hatte dann auch Justine eine „zweite Karriere“ auf der Tour angekündigt. Bei zwei Einladungsturnieren im Dezember hatte sie ein wenig Matchpraxis gewonnen. Jetzt hieß es in Brisbane das erste Turnier mit einer Wildcard zu bestreiten. Wieder an ihrer Seite war ihr langjähriger Coach und Ziehvater Carlos Rodriguez.

In der ersten Runde besiegte Juju Nadja Petrova ganz klar und arbeitete sich schließlich bis ins Finale vor. Und so stand sie gestern ihrer Landsfrau Kim Clijsters gegenüber. In dem mehr als zwei Stunden dauernden Dreisatzmatch spielten beide auf gleichem Niveau.
Im ersten Satz hatte Kim zwar leichtes Spiel mit Justine und das Publikum erlebte ein Match unter Wert. Doch ab der zweiten Hälfte des zweiten Satz wurde die 23. Begegnung der Belgierinnen richtig packend, als Justine endlich begann ihr Spiel zu spielen. Den Rückstand von 1:4 machte sie mit fünf Spielen in Folge wett und so rettete sie sich in einen dritten Satz, in dem alles wieder auf Null stand. Beide spielten dann ihr bestes Tennis und schenkten sich nichts. Als Justine plötzlich zwei Matchbälle hatte, reagierte Kim wie man es von einem Champion erwartet. Sie spielte ihr bestes Tennis und so mussten beide in einen entscheidenden Tiebreak. Kurz und gut, am Ende entschied die etwas Erfahrenere das Match für sich. Kim besiegte Justine nach 2:24 h mit 6:3; 4:6; 7:6 (8:6).
In diesem Match – sieht man vom ersten Satz ab - gelang es beiden ihre alten Stärken zu nutzen, wobei bei Justine klar wurde, dass sie noch schneller als früher auf den Punkt geht. Ihr Slice war wie immer eine Augenweide (Yep, die French Open können kommen!) und brachte Kim mehr als nur einmal in arge Bedrängnis, die sie aber meist mit ihrer Laufstärke kompensieren konnte. Bei ihrer einhändigen Rückhand und auch ihrer mit den Jahren weiterentwickelten Vorhand scheint Justine, wenn sie Topspinbällen spielt, noch mehr Druck als früher und noch bessere Winkel spielen zu können. Beide Belgierinnen offenbarten allerdings im dritten Satz eine große Schwäche: den Aufschlag. Von Justine ist man es ja gewöhnt, dass sie meist nur um die 50% erste Aufschläge macht, man dafür aber auch wie hier 10 Asse erwarten kann. Doch Kims erster Aufschlag war in diesem Match wirklich nicht gut und da kann das eine Ass, das sie servierte die Statistik auch nicht mehr retten.
So wie beide gespielt haben, können die Australian Open kommen. Die Williams-Schwestern müssen sich warm anziehen. Belgien ist zurück!!!

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