Sonntag, 30. September 2012

Berlin – Warschau – Krakau - Tarnow - und zurück


An einem kühlen Berliner Montagmorgen machte ich mich mit neun Kollegen auf zu einer Studienfahrt nach Polen. Los ging es vom Hauptbahnhof mit dem Berlin-Warszawa-Express. Im Gepäck hatten wir Steffen Möllers „Viva Polonia“ und „Expedition zu den Polen“, die einen wunderbaren Einblick in die Polen bieten.
Meine erste Feststellung im polnischen Zug war, dass die Innenausstattung zwar alt, die Sitze aber sehr bequem sind. Für mich, die Bahnfahrten grundsätzlich mit einem total verspannten Rücken verbindet, war das ein Novum. Während wir entspannt auf Warschau zu fuhren und fleißig polnisch übten, „Dzien dobry.“ „Dziękuję“ „Nie mówię po polsku.“, erinnerte ich mich an die vielen Male, die ich schon in Polen gewesen war. Ja, am häufigsten war ich mit meinen Eltern wohl auf „Polenmärkten“, zumeist in Szczecin, gewesen und wir hatten die obligatorische Zigaretten gekauft und voll getankt. Dann waren da aber auch die drei Urlaube in den 1990ern, zu einer Zeit, als Dr. des Knochenflicker kaum aus den Windeln raus war :). Und schließlich 2006, als ich zwischen zwei Studienabschnitten Polen und das Baltikum erkundete. Mein erster Halt war damals, nachdem ich die Fahrt mit dem Nachtzug (nicht zu empfehlen, wenn man einen leichten Schlaf hat) überstanden hatte, Krakau während des dortigen Jazz- und Klezmerfestivals und der Fußball-WM und ich war gespannt die Stadt wieder zu sehen.  
Während meine Kollegen und ich an der Christus-Statue von Swiebodzin vorbei rollten, beobachteten wir die wechselnde Landschaft. Von Gegenden in denen die Architektur von einer preußischen Vergangenheit sprach, wechselten wir in das vor 1918 russisch annektierte Polen. Schließlich rollten wir in Warszawa-Wschodnia ein, stiegen um und fuhren drei weitere Stunden (nach gut 5 ½ h bis Warschau) weiter gen Süden. In Krakau stiegen wir ein weiteres Mal um und kamen endlich nach gut 10 Stunden in Tarnow, unserem Ziel, an.
Die Rückfahrt war etwas entspannter, da wir zwei Stunden Aufenthalt in Warschau hatten. Wir nutzten die Zeit und sahen uns den imposanten Kulturpalast an – eine wahre Meisterleistung der sozialistischen Architektur.
Schließlich ging es wieder auf die Schiene und spät abends, nachdem wir uns die Zeit mit dem Spielen von Tabu vertrieben hatten, erreichten wir wieder Berlin. Erschöpft, aber glücklich.


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