An einem kühlen Berliner Montagmorgen machte ich mich mit
neun Kollegen auf zu einer Studienfahrt nach Polen. Los ging es vom
Hauptbahnhof mit dem Berlin-Warszawa-Express. Im Gepäck hatten wir Steffen
Möllers „Viva Polonia“ und „Expedition zu den Polen“, die einen wunderbaren
Einblick in die Polen bieten.
Meine erste Feststellung im polnischen Zug war, dass die
Innenausstattung zwar alt, die Sitze aber sehr bequem sind. Für mich, die
Bahnfahrten grundsätzlich mit einem total verspannten Rücken verbindet, war das
ein Novum. Während wir entspannt auf Warschau zu fuhren und fleißig polnisch
übten, „Dzien dobry.“ „Dziękuję“ „Nie mówię po polsku.“, erinnerte ich mich an
die vielen Male, die ich schon in Polen gewesen war. Ja, am häufigsten war ich
mit meinen Eltern wohl auf „Polenmärkten“, zumeist in Szczecin, gewesen und wir
hatten die obligatorische Zigaretten gekauft und voll getankt. Dann waren da
aber auch die drei Urlaube in den 1990ern, zu einer Zeit, als Dr. des
Knochenflicker kaum aus den Windeln raus war :). Und schließlich 2006,
als ich zwischen zwei Studienabschnitten Polen und das Baltikum erkundete. Mein
erster Halt war damals, nachdem ich die Fahrt mit dem Nachtzug (nicht zu
empfehlen, wenn man einen leichten Schlaf hat) überstanden hatte, Krakau während
des dortigen Jazz- und Klezmerfestivals und der Fußball-WM und ich war gespannt
die Stadt wieder zu sehen.
Während meine Kollegen und ich an der Christus-Statue von
Swiebodzin vorbei rollten, beobachteten wir die wechselnde Landschaft. Von
Gegenden in denen die Architektur von einer preußischen Vergangenheit sprach,
wechselten wir in das vor 1918 russisch annektierte Polen. Schließlich rollten
wir in Warszawa-Wschodnia ein, stiegen um und fuhren drei weitere Stunden (nach
gut 5 ½ h bis Warschau) weiter gen Süden. In Krakau stiegen wir ein weiteres
Mal um und kamen endlich nach gut 10 Stunden in Tarnow, unserem Ziel, an.
Die Rückfahrt war etwas entspannter, da wir zwei Stunden
Aufenthalt in Warschau hatten. Wir nutzten die Zeit und sahen uns den imposanten
Kulturpalast an – eine wahre Meisterleistung der sozialistischen Architektur.
Schließlich ging es wieder auf die Schiene und spät abends, nachdem wir uns die Zeit mit dem Spielen von Tabu vertrieben hatten, erreichten
wir wieder Berlin. Erschöpft, aber glücklich.

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