Donnerstag, 4. Oktober 2012

Rote Teppiche, Scheren und Sonnenmilch

Dr. des. Knochenflicker war auf Reisen und hat wieder Einiges zu berichten. Hier Teil 1: 
Ja, ja ich weiß. Ich habe schon lange nichts mehr von mir hören lassen. Es tut mir auch echt leid. Dieser Sommer war sehr ereignisreich. Ich plante mit meinen Freundinnen einen reinen Mädelsurlaub in Rom. Am 3. September ging es dann auch tatsächlich los. Wir trafen uns alle in Berlin am Hauptbahnhof um zusammen nach Tegel zu fahren. Dort angekommen brauchten wir dank des netten online Check-Ins nur noch unsere Koffer am Baggage Drop Off abwerfen. Ganz ehrlich, ich war ja am Anfang total skeptisch, ob das auch so funktioniert mit dem Check-In, aber es ist alles ganz einfach. Vor allem das Gefühl wenn du an der langen Check-In-Schlange vorbei gehst und einfach nur noch dein Gepäck abgibst ohne Warten, ist genial.
Jetzt so ganz gepäcklos konnten wir dann auch durch die Sicherheitskontrolle. So wie ich bin, nehme ich natürlich gleich mal den ersten Eingang zur Kontrolle, den ich sehe ohne zu lesen, was darüber steht. Ich habe mich auch schon gewundert, dass da keine Schlange ist und vor allem dass da ein roter Teppich auf dem Boden liegt. Ich reiche dem Sicherheitsbeamten meine Papiere. Er: „Haben Sie eine Gold Card?“. Ich schaue ihn fragend, nichts Böses ahnend an. „Oder wollten Sie einfach nur mal über den roten Teppich gehen?“. Ich habe immer noch keinen blassen Schimmer, was er von mir will. Allerdings sehe ich in der Menschenschlange hinter ihm inzwischen vier winkende Gestalten, die irgendwie wie meine Mädels aussehen. Ich schaue den Sicherheitsbeamten an. „Das ist die Sicherheitskontrolle für die First-Class-Passagiere.“ Mir entweicht nur ein „Uups.“ Wer lesen kann, ist echt klar im Vorteil. Ihm schon die Papiere aus der Hand nehmend, wollte ich mich zu dem Eingang ohne roten Teppich trollen. Da kam ein „Nee, nee so geht das ja nich.“ aus seinem Mund. Ich schon wieder verdutzt, was denn nun ist. „Nun haben sie sich hier angestellt, jetzt müssen sie auch hier durch.“ Von mir kam nur noch ein fragendes „Ok“. Nachdem der Sicherheitsbeamte überwunden war, wollte ich ja dann wieder auf den richtigen Weg zu den Röntgengeräten und so… bin ja schließlich kein First-Class-Passagier. Nur leider waren die Wege durch solche Trennbänder getrennt. Also suchte ich die nächste Lücke. Gefunden. Mich noch einmal zum Sicherheitsbeamten umblickend, quetschte ich mich unter dem Gelächter meiner Mädels hindurch. Dafür erntete ich den gefühlten 10. bösen Blick in 5 Minuten von Mr. Security.
Endlich hatten wir es dann auch zu den alles entscheidenden Sicherheitskontrollen geschafft. Noch einmal checken, ob denn auch alle Trinkflaschen leer sind und schon konnte es losgehen. Also traten wir alle nacheinander durch diese Metalldetektoren. Nichts piepste. Ich war froh. Aber plötzlich kam: „Wem gehört dieser Rucksack?“. Ein ängstlicher Blick. Huh, nicht mein Rucksack. Keine Sorge ich wollte nichts schmuggeln, aber trotzdem ist man ja eigentlich immer ganz froh, wenn man durch diese Kontrollen ohne nähere (körperlichen) Untersuchungen hindurch kommt. Es war aber der Rucksack einer meiner Freundinnen. Auf Grund von 200 ml Sonnenmilch und einer Schere wurde er näher betrachtet. Die Sonnenmilch ging letztendlich noch gerade so als Medizinprodukt durch und die Schere sah anscheinend so ungefährlich aus, dass sie auch wieder eingepackt werden durfte. Was die Sicherheitsbeamten nicht gesehen hatten, waren die zwei anderen Scheren in dem Rucksack. J
Fortsetzung folgt

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