Samstag, 1. Dezember 2012

Auf dem Weg zum Doctor Medicinae

Wie ich ja schon andeutete, machte ich mich vor ein paar Monaten auf den steinigen Weg hin zu meinem Doktortitel. Inzwischen kann ich echt jeden verstehen, der seine Doktorarbeit hinschmeißen will. Ich stehe noch am Anfang und trotzdem kotzt es mich jetzt schon an.
Nach einigem Hin und Her fand ich nach einer relativ langen Wartezeit ein Thema für meine Doktorarbeit in meinem Wunschinstitut an der Uni. Wie ihr euch sicher vorstellen könnt, musste es unbedingt etwas mit Chirurgie zu tun haben.
Also fing ich im Sommer mit dem Üben der schwersten chirurgischen Techniken an. Damals fiel schon auf, dass mein Betreuer nicht gerade oft im OP (nein ich operiere keine richtigen Menschen!) vorbei schaut. Naja, dachte ich, das wird sicherlich besser, wenn ich erst einmal richtig anfange. Ich musste leider die Erfahrung machen, dass sich Nichts änderte. Es tauchten immer wieder schwierige Situationen auf, bei denen mir mehr andere Mitarbeiter halfen, weil mein Betreuer mal wieder nicht anwesend war. Allerdings muss ich auch zu seiner Verteidigung sagen - um wenigstens ein gutes Wort über ihn zu verlieren-, dass er absolut spitze darin ist, seine Doktoranden zu trösten, wenn mal etwas nicht so läuft, wie es soll (ich hoffe das wird jetzt nicht falsch verstanden ;)). 
Jetzt ist es allerdings zum krönenden Höhepunkt gekommen. Mein Betreuer verlässt das Institut. Und das erfuhr ich leider nicht von ihm als Erstes. Erst mehrere Tage nachdem die Gerüchteküche schon zu einer Realitätssoap geworden war, sagte er mir, dass er in sage und schreibe zwei Wochen(!) seinen letzten Arbeitstag haben würde.
Ganz ehrlich? Ich las natürlich damals als ich nach einer Arbeit suchte auch diese Ratgeberbücher zum Thema. Und immer wenn da was stand von Betreuer und Arbeitsplatzwechsel dachte ich: Das wird mir schon nicht passieren. Glücklicherweise war ich dank netter Menschen im Institut ein wenig vorgewarnt. Zudem habe ich mit einer tollen Institutschefin das große Glück, dass ich mir keine Sorgen darum machen muss, dass irgendwann meine Doktorarbeit aus welchen Gründen auch immer ins Wasser fällt und ich am Ende ohne einen Dr. med. dastehe.
Ich bin sehr gespannt, wie es am Institut weitergeht…. Ich werde euch wieder berichten.
Eure Dr. des. (und bald med.) Knochenflicker

PS: Nach diesen wenigen Monaten mit der Doktorarbeit weiß ich schon jetzt - sicher -, dass ich nie und nimmer in die Forschung gehen werde. Ich kann ehrlich gesagt, niemanden verstehen, der sich das freiwillig antut. Es wäre ein Wunder, wenn ich am Ende der Dr.arbeit kein Stressulkus im Magen habe. *Wo sind meine Protonenpumpenhemmer????*
PPS: Aber ich bewundere alle Forscher der Welt, die sich jeden Tag wieder aufraffen und sich das Ziel gesetzt haben, Unwissen zu beseitigen und neue spannende Dinge herauszufinden.

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