Während sich nach der sehr berührenden Trauerfreier für Südafrikas ersten freien Präsidenten nun alle Medien über den falschen Gebärdendolmetscher aufregen, wollen mir die Bilder und Eindrücke nicht aus dem Kopf, die ich während meiner diesjährigen Reise dorthin, von dem Heimatort Mandelas gesammelt habe.
Es war ein Freitag, der 13., als wir morgens kurz nach 7 Uhr unseren Bus bestiegen und uns auf den langen Weg von Port Elizabeth nach Durban machten. Während meine lieben Mitreisenden die meiste Zeit mit Schlafen verbrachten, hatte ich Zeit mein Reisetagebuch zu aktualisieren. Mein sehr leserlicher Eintrag zeigt mir zunächst einmal, dass die Straßenverhältnisse auf diesem Teil der N2 besonders gut waren. Aus den vielen Baustellen, die wir passierten ehe wir an Mandelas Heimatort Qunu vorbei kamen, mag man nun schließen was man will.
| Bei Qunu im September 2013 (Winter) |
Eines ist jedoch klar, Qunu liegt in bergigem, fast vollständig waldlosem Land, das nach Nordosten hin immer trockener wird. Diese Region ist so ganz anders als die Kapregion, in der zur gleichen Zeit schon der Winterweizen auf den Feldern stand und der Raps blühte.
Wie kaum eine andere in Südafrika, ist diese Gegend arm. Unserer Busfahrer indischer Abstammung hatte seine eigene klaine "Charity". In Port Elizabeth sammelte er von verschiedenen Supermärkten Weißbrot vom Vortag kostenlos ein oder kaufte es vergünstigt, um es dann auf dem Weg nach Durban an viele Bedürftige zu verteilen. Und es waren wirklich viele Bedürftige ...
Hier jedoch erst einmal einige typische Dörfer.
Und dann kam Qunu. Genau so karges, trockenes Land im Winter. Hervorgehoben nur durch die prachtvolle, durch eine hohe Steinmauer umschlossene Residenz, die der ANC für Nelson Mandela hatte errichten lassen. Der Ort an dem er nun auch bald seine letzte Ruhe finden wird.
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