Mittwoch, 14. September 2011

Weißrussland erlebt erneuten Währungscrash

Während Europa sich heute wieder über Griechenland gestritten und die deutsche Presse gerade noch über den Aufkauf europäischer Staatsanleihen durch China berichtet hat, wurde kaum über den heutigen Währungscrash in Europas letzter Diktatur berichtet. Nachdem der weißrussische Rubel schon einmal Ende Mai 2011 staatlich verordnet um 55% abgewertet worden war, fiel der Kurs in der ersten freien Handelssitzung an der Valuta-Börse heute um abermals 60%. Am Tagesanfang musste man also 7.281 Belarus-Rubel für 1 Euro bezahlen, am Ende des Tages waren es schon 11.500 Rubel.
Belarus, das immer noch stark von planwirtschaftlichen Strukturen und staatlichen Betrieben geprägt ist, ist durch die Wirtschafts- und Finanzkrise schwer getroffen worden. Hinzu kommen die in den letzten 20 Jahren angehäuften horrenden Schulden und die von Russland in den Vorjahren durchgesetzten höheren, aber immer noch subventionierten Preise für Öl und Gas und schon steht das Wirtschaftssystem des Landes vor dem Kollaps. So war der Devisenmangel vor der ersten Kursabwärtung im Mai schon so extrem, dass selbst die so wichtigen Importe für die Wirtschaft fast zum erliegen kamen. Gleichzeitig äußerte sich der Vertrauensverlust in die heimische Währung durch das Aufkaufen aller verfügbaren Devisen durch die Bevölkerung. Im Anschluss daran kam es zu Hamsterkäufen, bei denen nicht nur Konsumgüter, sondern auch haltbare Lebensmittel wie Zucker und Salz, hoch im Kurs standen. Wie es in Weißrussland weitergeht ist ungewiss. Der in diesem Jahr ausgezahlte Kredit der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft von 1,24 Mrd. Dollar ist zu wenig, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.

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