Gestern Abend verstarb der amerikanische Intellektuelle, Essayist, Kritiker, Autor und auch Politiker Vidal in seinem Haus in Los Angeles nachdem er seit längerer Zeit unter einer Lungenentzündung gelitten hatte. Er war der letzte einer Generation amerikanischer Intellektueller, die in den 50ern und 60ern wie heutige Popstars verehrt wurden.
In seinen Werken wirkte er oft zynisch, sagte das Ende der USA voraus und forderte die Mächtigen heraus. Mehrere Essay-Bände und viele historische Romane wie „Lincoln“ und „Myra Breckenridge“ gehören zu seinem Werk. Dem Kino bleibt er als einer der Drehbuchautoren des Klassikers „Ben Hur“ und dem Theater mit seinem Tony-nominierten Stück „The Best Man“ unvergessen.
Als Kritiker des amerikanischen Militarismus wurde Vidal ironischerweise in der United States Military Academy Westpoint geboren, der alma mater seines Vaters. Die Schule langweilte ihn und so besuchte er niemals eine Hochschule, sondern meldete sich freiwillig zur Armee. Während dieser Zeit schrieb er den Kriegsroman „Williwaw“, den er im Alter von 20 veröffentlichte. In den 1960ern engagierte er sich verstärkt in der Politik, verlor jedoch die Wahl ins Repräsentantenhaus. Während er zunächst eng mit den Kennedys befreundet war und im Weißen Haus ein und aus ging, nahm er ab 1967 eine immer linkere Haltung ein und die Freundschaft zerbrach. In den folgenden Jahren schrieb er mehrere historische Romane, die als „Narratives of Empire“ zusammengefasst werden.
Privat lebte Vidal viele Jahre mit seinem Lebensgefährten Howard Austen in Italien.
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