Donnerstag, 31. Januar 2013

Der Schokoladenskandal - Bußgelder wegen Preisabsprachen

Erinnert ihr euch noch daran, dass 2007 die Schokoladenpreise bei allen Herstellern anstiegen? Nein? Na dann erinnere ich euch jetzt daran. Damals stiegen die Preise für die Rohstoffe zur Herstellung von Schokolade, wie Kakao (wegen Missernten), um circa 10% an. Wer sich ein bisschen mit der freien Marktwirtschaft auskennt, wird jetzt annehmen, dass davon nur ein Teil an den Verbraucher weitergereicht wurde. Schließlich stehen alle Schokoproduzenten im Wettbewerb zueinander und müssten versuchen sich gegenseitig die Kunden wegzunehmen, nicht wahr? In diesem Fall war es etwas anders.
Plötzlich stiegen nämlich bei allen Schokoprodukten die Preise um ca. 10%! Ihr seht sicher worauf ich hinaus will. Und tatsächlich, 2008 begann das Bundeskartellamt zu ermitteln und stellte fest, dass sich die Manager führender Schokokonzerne untereinander abgesprochen hatten, um die Gewinne zu maximieren. Auch große Einzelhändler wurden mit in die Absprachen verwickelt. Branchenweite Durchsuchungen und etliche Zeugenaussagen später waren sich die Wettbewerbshüter einig: Hier hatte es Preisabsprachen gegeben! Und so sind sie nun dran - Kraft, Nestle, Ritter Sport, wobei Nestle als Kronzeuge fungierte und so einer Strafe entging. Allein gegen Ritter Sport wurde eine Geldbuße von 7,5 Mio. Euro festgesetzt. Insgesamt betragen die festgesetzten Bußgelder 60 Mio. Euro für 11 Süßwarenhersteller. 
Vielleicht können wir die 60 Mio. dann auch für unsere Straßen ausgeben, bei denen der Bundesfinanzminister so kräftig sparen will.

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