Wenn man heutzutage bekannten Persönlichkeiten Beinamen gibt, dann haben sie in aller Augen Außergewöhnliches bewirkt. Außergewöhnlich Gutes, außergewöhnlich Schreckliches oder außergewöhnlich Belastendes. Auf Margaret Thatcher, die "Eiserne Lady", wie sie sich auch selbst nannte, trifft wohl am ehesten das außergewöhnlich Belastende zu. In ihre Regierungszeit als britische Premierministerin von 1979-1990 fallen die stärksten Einschnitte, die die britische Bevölkerung in der Nachkriegszeit machen musste. Sie zwang den Inselstaat zu einem völligen Umbau der Wirtschaft. So wurde z.B. der unlukrativ gewordene Kohlebergbau durch den Abbau von Subventionen und Privatisierungen geschrumpft und der Dienstleistungssektor massiv ausgebaut. Natürlich bedeutete dies für lange Zeit die Arbeitslosigkeit Vieler. Damit legte sie aber auch den Grundstein für den Finanzstandort London. Ihre harte Hand im Falkland-Krieg bewies aber, dass sie britische Interessen mit allen Mitteln durchzusetzten bereit war. In den Vereinigten Staaten und insbesondere in Ronald Reagan sah sie als wichtigste Verbündete. Der EU stand sie immer skeptisch gegenüber und prägte damit das EU-Bild der Briten bis heute. Deutschland sah sie so:
"Es ist doch klar: Ihr Deutschen wollt nicht Deutschland in Europa
verankern. Ihr wollt den Rest Europas in Deutschland verankern." Im Spiegel mehr Zitate der Lady.
Heute verstarb die Eiserne Lady 87-jährig nachdem sie viele Jahre durch diverse Schlaganfälle und Demenz gezeichnet war. Ihrem Wunsch folgend wird sie ohne Staatsbegräbnis aber mit militärischen Ehren ihre letzte Ruhe finden.
Ein Nachruf in bewegten Bildern im ZDF.
Eine Bilderstrecke in der ARD.
Der Film "Die Eiserne Lady" mit Meryl Streep in der Hauptrolle ist auch sehr empfehlenswert.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen