Überall müssen öffentliche Haushalte sparen, um die anhaltende Wirtschafts- und Finanzkrise zu überwinden. In der Stadt New York ist man nun auf eine Investoren freundliche neue Idee gekommen, die straffälligen Jugendlichen eine Verhaltenstherapie ermöglichen und den Investoren Geld in die Taschen spülen soll: Social Impact Bonds. So clever wie sich die Idee anhört, so perfide ist sie in moralischer Hinsicht.
Im berüchtigten Gefängnis Riker's Island erhalten 3000 Jugendliche eine Verhaltenstherapie finanziert u.a. von der US-Bank Goldman Sachs. Ziel dabei ist es die Rückfallquote der Jugendlichen von aktuell 50% deutlich zu senken. Die Investoren wetten hier also auf das zukünftige Verhalten der therapierten Jugendlichen. Und so funktioniert es: Sinkt die Rückfallquote nicht bzw. nur gering, verlieren die Investoren einen Teil des eingesetzten Gelds. Sinkt sie um 10%, erhalten sie nur den eingesetzten Betrag zurück. Sinkt die Rückfallquoten um 20% erhalten die Investoren 20% Zinsen für die gesamte Laufzeit von 4 Jahren. Das sind beachtliche 5% pro Jahr, weit mehr als mit seriösen Investitionen momentan an den Finanzmärkten zu bekommen ist. Das sind auch 5% pro Jahr, die aus der Tasche des Steuerzahlers in die Taschen von gutmenschlichen Finanzspekulanten wandern.
Mit Anteilen an Unternehmen zu handeln oder auf den Ausgang von Ernten zu spekulieren ist nichts Neues, aber unreguliert, wie wir in den letzten Jahren gesehen haben, sehr gefährlich. Ich kann zwar verstehen, warum Städte wie New York auf solche Ideen kommen, um den eigenen Haushalt zu entlasten, doch finde ich dies genau so verwerflich wie z.B. auf den Ausgang des Bürgerkrieges in Syrien zu spekulieren.
Mehr zum Thema gibt es bei Wikipedia und bei tagesschau.de.
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