Eine Studie der Uni Stuttgart, die im Auftrag der Bundesregierung durchgeführt wurde, stellte fest, dass die Deutschen jedes Jahr 11 Mio. Tonnen Lebensmittel wegwerfen. Das sind 82 kg oder 235 Euro pro Person für die Mülltonne! Als ich eben bei "heute" im ZDF diese Zahlen hörte, fragte ich mich, wer jährlich meine 82 kg mitwegschmeißt. Okay, ... ja, ... auch mir wird mal was schlecht. Mit "mal" meine ich so ca. ein- bis zweimal im Jahr und dann ist es meist Brot und nicht Grünzeug oder Joghurt, wie das ZDF berichtet.
Ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, in dem so gut wie nichts weggeschmissen wurde. Wenn wir gefräßige Bande etwas nicht aufessen konnten, dann wurden die Reste eben eingefroren. Man könnte meinen, das liege daran, das ich in einem von der DDR und dem Krieg (letzteres dank Oma) geprägtem Haushalt aufgewachsen bin, doch ich glaube eher an Folgendes: Wer einmal erlebt hat wie mühsam es ist und wieviel Hingabe es fordert, Obst und Gemüse zu ziehen, wer miterlebt hat, wieviel Anstrengung es erfordert z.B. Apfelmus oder Sauerkirschkonfitüre herzustellen (Ich erinnere mich hier an stundenlanges Schälen, Entsteinen und Abpellen in meiner Jugend [und manchmal auch noch heutzutage, wenn ich zur entsprechenden Erntezeit meine Eltern besuche!].), der weiß, die 49 Cent eines Toastbrots zu schätzen.
Ja, obwohl wir uns über steigende Butterpreise aufregen, sind Lebensmittel in Deutschland so günstig wie kaum irgendwo. Doch Preise sollten niemals den Respekt vor irgendetwas beeinflussen. Nur weil etwas billig ist, bedeutet dies noch lange nicht, dass es wertlos oder in Massen vorhanden ist. Bewusster Umgang mit allem was uns umgibt, dass muss unser Maß sein, nicht das triebgesteuerte Verhalten etwaiger evolutionärer Vorfahren. Also bitte, überlegt euch, was ihr die Woche über essen wollt und aufessen könnt, lernt insbesondere nicht immer eurem Appetit nachzugeben, sondern euch darauf zu freuen, was ihr zum Mittag- oder Abendessen geplant habt. Und plant so, dass ihr das Eingekaufte auffesst. (Ganz einfach) Plant in Voraus. Plant, was ihr in den nächsten Tagen essen wollt und kauft nicht mehr ein. Und vorallem freut euch, auf das was ihr für die nächsten Tage zum Essen geplant habt, so beugt ihr auch einer etwaigen Heißhungerattacke vor. Dazu noch der Bericht von Drehscheibe Deutschland im ZDF.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen