Montag, 5. März 2012

The Iron Lady - Meryl Streep in Höchstform

Am Samstagnachmittag habe ich mir im Kino “The Iron Lady” von Phyllida Lloyd (Regie) und Abi Morgan (Buch) angesehen. (Beachte: Am Potsdamer Platz sind zwei Kinos! Man sollte sich vorher klar sein, in welches man will. LOL!) Gut, dass ich eben erst die Kritiken zum Film gelesen habe. Das half mir, vorher schon eine eigene Meinung zum Film zu bilden.
Wer erwartet bitteschön bei diesem Titel eine ausgewogene Dokumentation? Anscheinend die Briten. Ich jedenfalls nicht. Ich ging mit der Erwartung in den Film das Leben der Margaret Thatcher aus den Augen von Margaret Thatcher zu sehen. Und das bekam ich auch. Ungeschönt. Egozentrisch. Hart.

Niemand aus meiner Generation kann sich vorstellen, wie hart die eiserne Haltung Thatchers zur Umgestaltung der Wirtschaft Großbritanniens die Menschen wirklich traf. Während Bergleute und Gewerkschaften das Land im Zangengriff hielten, die IRA ihr Unwesen trieb und Großbritannien so gut wie Pleite war, blieb die Premierministerin hart und verordnete dem Land einen eisernen Sparkurs … Von daher bin ich froh, diese harte Haltung aus Sicht der Thatcher gezeigt zu bekommen. Ebenso wie die Haltung: Ich (als Frau) kämpfe gegen euch alle (als Männer), weil ihr mich sonst nicht ernst nehmt.
„Maggie“ erkennt sich kaum wieder, wenn sie heute in den Spiegel blickt. Sie wird von den Halluzinationen ihres toten Mannes Denis verfolgt. Und immer wieder blickt die Thatcher in einen Spiegel, um sich immer weniger darin zu erkennen. So zeigt Meryl Streep ihre Figur heute. Eine alte, kranke Dame. Die Streep in Höchstform, das können wir in diesem Film erleben. Wie lange nicht mehr, wird sie zu ihrer Figur, lebt Margaret Thatcher. Ihre Gestik, ihre Sprache, so wird sie zur Iron Lady. Seit „Kramer vs. Kramer“ hat sie nichts Besseres geliefert. Ganz zu Recht erhielt sie dafür einen Oscar.

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