Dienstag, 22. Mai 2012

Viele erste Male

In der letzten Woche meiner Famulatur sollten so einige „erste Male“ für mich folgen. So knüpfte ich zum Beispiel meine ersten Knoten an einer richtigen Wunde, machte zum ersten Mal auch eine Hautnaht, nahm einige Patienten selbst auf (natürlich unter ärztlicher Kontrolle) und diktierte meinen ersten Entlassungsbrief. Ach ja, nicht zu vergessen ist auch, dass ich zum ersten Mal so einige Anträge für Anschlussheilbehandlungen (Kur auf gut deutsch) ausfüllen durfte - was wäre der Arztberuf nur ohne Schreibkram??
Was mich von diesen ganzen Aufgaben am meisten ins Schwitzen brachte - man mag es kaum glauben - war es den Entlassungsbrief zu diktieren. Mit einem Diktiergerät und einer Vorlage für einen Entlassungsbrief bewaffnet, machte ich mich an die Arbeit bzw. versuchte ich mich zunächst einmal mit dem Diktiergerät anzufreunden. Dies wollte aber leider nicht so auf Anhieb klappen - ich brauchte einige Anläufe.
Nach einer gefühlten Stunde, drei gefühlten beendeten Briefen meines Kollegen und ein bisschen Schweiß auf meiner Stirn, war das Werk dann aber vollbracht. Jetzt nur noch ein Klebezettel mit dem Patientennamen auf die Kassette und das war‘s. Dachte ich zumindest.
Leider war dem nicht so. Ich hatte den Klebezettel gleich mal so gut befestigt, dass beim Schreiben dieses Briefes der Klebezettel das Band der Kassette zerstörte! Auf ging’s zu einer weiteren Runde Diktieren. Aber dann hatte ich es geschafft. Mein erster Entlassungsbrief war fertig diktiert - nur leider nicht mit meiner Unterschrift drunter =(.
Mein Lichtblick am Ende jeder OP in dieser Woche war das Knoten knüpfen. Nach intensivem Üben in meinem kleinen Kämmerlein, ließen mich die Operateure auch schon mal die Knoten der Subkutannaht knoten. Hier könnt ihr mal die Resultate des täglichen Übens bewundern (mir ging ehrlich gesagt schon mein Nähgarn aus, weil ich das teilweise missbrauchte).

Ansonsten hatte mein Alltag nicht so viele Highlights, außer dass ich teilweise ganze Arbeitstage im OP verbrachte, ohne dass ich zwischendurch mal Tageslicht sah ;). Aber trotz der ganzen Arbeit vergaßen meine Kollegen scheinbar nicht, dass ich nur Famulantin war. Ich wurde auch schon mal bei der einen OP vorher herausgeholt, um kurz noch etwas zu Mittag essen zu können um dann gleich bei der nächsten OP assistieren zu dürfen.

Viele Grüße
Eure Dr. des. Knochenflicker

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