Samstag, 13. Oktober 2012

Gore Vidal: The Golden Age

Der letzte Roman in Vidals "Narratives of Empire" Reihe, der auch der erste war, den ich im Oktober/November 2009 las, befasst sich mit der Zeitspanne von 1940 bis 1950. Dieses Mal ist es Peter Sanford, der Sohn des aus den vorrangegangen Romanen bekannten Blaise Sanford, dem der Leser durch den Roman folgt. Mit ihm erlebt man wie Präsidenten gemacht und Kriege beschlossen werden.
Alt bekannte Senatoren wie James Burden-Day sind nun das Opfer neuer Intrigen, während Peter in der Beobachterrolle ein besserer Journalist als sein Vater ist. Peter gründet seine eigene Zeitschrift und ist, nachdem er das Erbe seiner Tante Caroline Sanford-Sanford antritt, auch von Blaise unabhängig. 
Vidal überspringt gekonnt und beabsichtigt die Zeit des II. Weltkriegs, um den Leser in die Nachkriegskulturszene New Yorks zu führen. Im Zentrum dieser Zeit steht die Angst vor dem Kommunismus. 
Mit dem Korea-Krieg endet das Goldene Zeitalter, doch nicht der Roman. Vidal, der sich schon vorher in den Roman als historische Figur eingebracht hat, diskutiert nun im Jahr 2000 mit seiner Figur Peter Sanford die historischen Ereignisse. Kongenialer Schachzug eines Zeitzeugen oder purer Egozentrismus eines Schriftstellers? Eine Mischung aus beidem ist es, was man über Vidals Ansichten aus den Äußerungen Peters herauslesen kann.
"The Golden Age" ist ein lesenswerter Roman, der wie immer in dieser Reihe deteilgenau recherchiert und wie in den vorherigen Romanen dicht und lebhaft erzählt ist. Vidal verstand es in diesem Romanzyklus Geschichte und Geschichten zu erzählen.

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