Dienstag, 23. Oktober 2012

Rostock fällt um - Flashmob zum Thema Wiederbelebung

Dienstag, 16. Oktober 2012. 17:18. Kröperliner Tor Center (KTC) Rostock. Es ertönt ein Nebelhorn. Plötzlich fallen Scharen an jungen Leuten um - mich eingeschlossen. Alle bleiben reglos liegen. Passanten bleiben stehen und schauen. Nur Wenige tun etwas. Ein Kamerateam und ein paar Schaulustige mit ihren Handys filmen alles. 17:20. Wieder ertönt das Nebelhorn. Alle Liegenden stehen auf. Einige von ihnen klatschen, ein paar gehen einfach weiter als wäre nichts gewesen. Was war da gerade passiert?

Diese Aktion mitten im Herzen von Rostock war ein Flashmob, der von den Notfallmediziner und Medizinstudenten anlässlich des 1. Weltanästhesie-Tags in Deutschland veranstaltet wurde. Die umfallenden, still daliegenden und dann wieder munter aufspringenden Teilnehmer verkörperten das Thema „Wiederbelebung“, dem dieser Tag gewidmet war. Die Wiederbelebung ist ein Thema bei dem Deutschland leider traurige Rekorde aufstellt. Wir gehören zu den Ländern, die die niedrigsten Wiederbelebungsraten weltweit aufweisen. Jährlich sterben in Deutschland etwa 5.000 Menschen durch unterlassene Wiederbelebungsmaßnahmen! Deshalb starteten die Rostocker Notfallmediziner (Notfallmedizin ist ein Teilgebiet der Anästhesiologie) diesen Flashmob, der mit einem Training zur Wiederbelebung in der Rostocker Einkaufspassage einherging. Der Flashmob sollte zeigen, dass täglich viele Menschen durch plötzlichen Herztod umfallen. Ohne schnell einsetzende Wiederbelebungsmaßnahmen durch z.B. Passanten, die vor Ort sind, reduziert sich die Überlebenschance dieser Menschen drastisch, nämlich jede Minute um 10 %.
Also liebe Leser falls ihr mal in die Situation kommen solltet, dass jemand vor euch reanimationsbedürftig umfällt, ruft den Notarzt und fangt an mit der Wiederbelebung. Es ist nicht schwer und ihr rettet damit ein Leben! 


Mehr Infos zum Weltanästhesietag gibt es hier
Auch die Ostsee-Zeitung berichtete darüber.

Liebe Grüße
Dr. des. Knochenflicker

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