Heute war ich ohne Termin beim Bürgeramt in Berlin-Lichtenberg. "Bist du wahnsinnig?", wird jetzt der eine oder andere von euch entsetzt aufschreien. Nein, ich bin nicht wahnsinng, sondern in der Notlage ganz schnell einen internationalen Führerschein zu brauchen. Und da ich davon erst letzten Freitag erfuhr, hatte ich keine 2-3 Wochen Vorlaufzeit um mir einen Termin zu machen.
Also verließ ich heute gegen 14 Uhr meine Arbeit. An alles war gedacht: Trinken, Snack, Lesestoff. Um kurz vor drei zog ich eine Wartemarke und meine Augen wurden schon ganz groß bei der Erkenntnis, dass gerade mal die Nummer 90 aufgerufen wurde und ich die Nummer 159 hatte! Schluck! Aber ich hatte mich ja auf mehrstündiges Warten eingestellt. Dank des SMS-Infoservices würde man mich ja auch ca. 20 Minuten bevor ich dran wäre informieren. Also bin ich dann erst mal in das nahegelegene Ring-Center und habe dort etwas Zeit verbracht. Eine Stunde später bin ich wieder ins Amt und schnappte mir den letzten freien Platz im Wartezimmer. Und wenn man denkt, es wäre in solch einem Wartezimmer langweilig, irrt man sich gewaltig. Also zum Zeitunglesen, wie ich es geplant hatte, bin ich nicht viel gekommen. Da spielten Kinder auf dem Boden, die Dame am Infotresen informierte die Ankommmenden über alles mögliche ... Mir war jedenfalls nicht langweilig. Dann war auch noch die Mutter mit ca. 12jährigem Sohn und Wartenummer 184. Der Sohn musste bald einsehen, dass er nicht zum Fußballtrainig gehen könnte und sagte seine Mitfahrgelegenheit ab. Dann fing er an seine Hausaufgaben zu machen und konnte erfolgreich verkünden, diese eine Stunde später erledigt zu haben. Und alles auf dem Amt! Gegen 16:30 Uhr wurden schließlich keine Wartenummern für das Bürgeramt mehr vergeben, woraufhin die Dame am Infotresen noch mal ihre gesamte Geduld auspacken musste, um die genervten Bürger abzuwimmeln. Um 17:15 Uhr war es endlich soweit: meine 159 wurde aufgerufen. Dann ging es auch ganz schnell. Eine Viertelstunde später hatte ich den nicht gerade schönen internationalen Führerschein in der Tasche.
Zweieinhalb Stunden und ordentlich Sitzfleisch: Bye, bye Bürgeramt! Ich hoffe, dich nicht so schnell wiederzusehen!
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